Ein Ausflug mit Folgen…

Was für ein Ausblick!
Was für ein Ausblick!

Franziska wird zum Easy Rider!

Ja ihr habt richtig gehört. Wir haben selbst schon nicht mehr daran geglaubt, aber nun hat Franziska es doch noch gewagt auf einen Scooter zu steigen. Und was soll man sagen? Sie ist auf den Geschmack gekommen und es gefällt ihr sichtlich sich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Zu verdanken haben wir das David und Rohana die sich Francis kurzerhand schnappten und sie mehr oder weniger zu einem Ausflug zu fünft mit den Scootern „nötigten“. Das Wetter war wie gewöhnlich hervorragend und mit so ortskundigen Guides ist es ein absolutes Vergnügen die herrliche Landschaft Nord-Balis zu erkunden. Außerdem hatte Rohana noch klammheimlich ein ganzes Mittagsmenü in ihrem Koffer versteckt und so war auch noch für das leibliche Wohl gesorgt.

 

 

Gut gestärkt und bestens gelaunt ging es über die Hügel, vorbei an Reisfeldern, Nelkenbäumen, Bananenstauden und dem ein oder anderem Tempel weiter zum nächsten Aussichtspunkt.

 

 

Und dann passierte das womit keiner rechnete…

 

Snoop Doggy Dog und Runzel-Rapunzel

Am nächsten Stop angekommen machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem kleinen Tempel um von dort ein paar Bilder der immer noch beeindruckenden Umgebung zu schießen. Als wir eigentlich gerade wieder gehen wollten hörten wir ein lautes quietschen. Vielleicht ist quietschen auch nicht das richtige Wort, es hörte sich eher an wie eine Katze der auf den Schwanz getreten wurde. Da rundherum nur Prärie war machten wir uns auf die Suche nach der Quelle des Geräusches. Aber außer riesengroßen, stachligen Agaven konnten wir nichts aufregendes entdecken. Oliver bemerkte als erster eine Bewegung unter einer dieser großen Stachelpflanzen. Einsam und verlassen versteckte sich dort ein kleines Hunde-Baby, das bereits fast verhungert und schon am verdursten war. Wir versuchten es aus dem Versteck zu locken, aber es wollte nicht. Rohana machte sich gleich auf den Weg zurück zum Scooter um etwas Reis und Wasser zu holen um den kleinen Hund damit evtl. zu überzeugen, denn durch die vielen Stacheln war gar nicht dran zu denken ihn auf eigene Faust daraus zu befreien. Aber siehe da, noch ehe Rohana zurück war überlegte es sich die kleine Lady (wie sich dann herausstellte) anders und beschloss uns zu vertrauen. Schnell „schnappten“ wir sie und brachten sie fort von dem stachligen Gestrüpp.

GPCG3496
stacheliges Versteck

Sie war ganz dünn, hatte an vielen Körperstellen kaum noch Fell und zahlreiche entzündete Verletzungen von den Stacheln. Außerdem hatte sie auch noch einen riesigen Hunger und verschlang mit Hingabe den Reis und das Wasser das wir ihr gaben. Aber was sollten wir jetzt eigentlich tun? Uns war ganz klar, dass sie weggeworfen wurde. Das passiert hier leider ständig, vor allem bei weiblichen Hunden. Sterilisation ist für viele zu teuer und dann werden die Jungen einfach entsorgt. Leider oft auf brutalste Weise. Vermehrt trifft es da die Hündinnen, da diese ja wieder Junge bekommen könnten und der Kreislauf sich somit fortsetzen würde. Ihrem Schicksal überlassen wollten wir die Kleine aber auch nicht und so musste schnell eine Lösung her. Unser Hunde-Rescue-Set hatten wir leider nicht parat und so musste es etwas Küchenrolle tun mit der wir eine Plastiktüte auslegten. Den Hund kurzerhand in die Tüte gesteckt (hallo! Den Kopf haben wir natürlich rausschauen lassen) und ab auf den Scooter. Sie war die Fahrt über erstaunlich brav und es schien als wäre sie einfach nur froh nicht mehr alleine zu sein. Da es offensichtlich war, daß sie alles mögliche an Ungeziefer beherbergte und auch Hautkrankheiten zu haben schien (Krätze ist hier bei Hunden weit verbreitet, deswegen haben so viele kein Fell mehr) organisierten wir schnellstens einen Tierarzt. Der verpasste ihr eine Spritze und meinte in vier Wochen wäre alles wieder gut. Na ja abwarten.

 

 

Soweit so gut, wir haben beschlossen dem kleinen Mädchen ein neues Zuhause zu geben und so ist sie nun immer noch bei uns und trägt den Namen Lucy. Benannt nach Lucy van Pelt von den Peanuts. Und diese Namenswahl hat übrigens auch noch einen Hintergrund. Nur eine Woche bevor wir Lucy fanden hatten wir Kontakt zu einer Dog-Rescue-Station in Bali aufgenommen, denn wir wollten ohnehin einem dieser armen Bali Hunde helfen und zur Pflege nehmen. Steph von der Organisation suchte allerdings gerade händeringend jemanden für einen kleinen Fund-Hund der alleine aufwuchs und dringend in feste Hände sollte. Wir stimmten zu, dass wir es versuchen wollten und es nicht komplett ausschlossen ihn dann auch zu behalten. Da war von Lucy ja auch noch keine Spur. Da es sich bei dem Findelkind um einen schwarz-weißen Hund handelte nannten wir ihn eben Snoopy, tja, absagen wollten wir das ganze dann auch nicht mehr und so kam es, daß wir nun zwei der Peanuts zu Hause haben. Denn keiner von uns kann sich vorstellen, daß wir einen der beiden wieder abgeben würden.

 

 

Der Tierarzt hatte übrigens recht und Lucy sieht wieder aus wie das blühende Leben. Auch ihr Fell ist wieder gewachsen und  flauschig wie nie 😉 Nur die Runzeln auf ihrer Stirn werden ihr wohl bleiben, deswegen nennen wir sie manchmal auch unsere Runzel-Rapunzel.

 

 

Und nun zu den Göttern und Dämonen!

 

DSC_0560

 

Wie schon gesagt kann man auf Bali nicht einfach mal so mit dem bauen anfangen. Schließlich haben hier noch ganz andere Mächte ein Wörtchen mitzureden und so kam es, dass wir vor Baubeginn erst einmal den balinesischen Kalender nach einem geeignetem Tag befragen mussten. Das haben natürlich nicht wir gemacht sondern ein gläubiger Hindu, der einen bestimmten Rang bekleidet. Im März (ja ihr habt richtig gelesen, im März! unser Blog ist zeitlich verzögert um die Spannung zu erhalten ;-)) gab es dafür nur drei Tage die in Frage kamen. Und für unsere „First Stone Zeremonie“ (das ist in etwa sowas wie bei uns die Grundsteinlegung) wurde der 19. März gewählt.

 

Der Tag muss weise gewählt werden
Der Tag muss weise gewählt werden

 

Natürlich war es für uns selbstverständlich, dass wir diese Zeremonie durchführen würden denn das gehört einfach zu dieser Kultur. Und selbstverständlich muss dafür auch die traditionelle Kleidung getragen werden. Deswegen putzten wir uns mit Hilfe von Kadek, Made und Putuh an besagtem Tag fein raus und machten uns früh morgens auf den Weg zum Bauplatz.

 

DSC_0503
sieht doch klasse aus!

 

Dort war schon alles vorbereitet und der Hohepriester war auch schon da. Übrigens darf nicht jeder Priester einfach jede beliebige Zeremonie durchführen. Jede Zeremonie verlangt sozusagen eine bestimmte „Ausbildung“ und darf nur von den jeweiligen Geistlichen ausgeführt werden.

 

 

Für uns war es wirklich sehr erstaunlich zu sehen was zu so einer Zeremonie gehört. In den Opfergaben waren neben Blumen, Reis und Kuchen auch ein getrocknetes Huhn und so manches mehr. Das ist für uns Europäer sicherlich befremdlich aber im Hinduismus völlig normal. Es wurde gebetet und wir durften vom heiligen Wasser trinken. Anschließend muss das komplette Grundstück gesegnet werden (vermutlich ist das nicht der treffende Ausdruck aber ich kann es nicht anders beschreiben). Im Gänsemarsch wird der Grund abgelaufen und mit ein paar Bambuswedeln das heilige Wasser verspritzt. Dies geschieht um alle negativen Energien zu vertreiben. Wir haben natürlich peinlich genau darauf geachtet, dass jeder Winkel auch ausreichend mit heiligem Wasser versorgt ist. Nach dem diese Aufgabe zur Zufriedenheit des Priesters erledigt war durfte der erste Stein von Oliver in ein Erdloch gelegt werden. Daraufhin durften alle weiteren Gäste ebenfalls einen Stein einbringen und die Opfergaben wurden dazu gelegt. Als alles schön verstaut war wurde es mit einigen Schaufeln Zement fixiert.

 

 

Im Großen und Ganzen war es das dann auch schon. Zum Abschluss gab es wie bei uns auch das große Händeschütteln und man ging frohen Mutes wieder getrennter Wege. Wir haben uns zur Feier des Tages noch ein schönes Frühstück mit unseren Gästen gegönnt.

 

 

Wie es jetzt weitergeht? Das könnten wir euch an dieser Stelle verraten, aber wo bliebe denn da die Spannung? Na gut, einen kleinen Vorgeschmack auf unseren nächsten Beitrag wollen wir euch nicht vorenthalten… der Bau beginnt 🙂

 

DSC_0512
es geht los

 

zurück zur Startseite

14 Gedanken zu “Ein Ausflug mit Folgen…

  1. Hallo ….habe schon auf eueren nächsten Block gewartet. Wie immer wunderbar spannend geschrieben. Lob an dich Karin. Und herzlichen Glückwunsch zu eurem Nachwuchs. Grüße Tina und Markus mit Anhang…..

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Karin, wie immer ist es ein Erlebnis, Deinen Bericht zu lesen. (Dafür ein herzliches Dankeschön, das wir soviel über Land, Leute und Sitten lernen) Gratulation zu Eurem Zuwachs🐕🐕tolle Bilder. Drücken Euch die Daumen das alles weiter so gut läuft. 👍Ganz liebe Grüße aus Augsburg 😘

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Karin und Oliver. Wir freuen uns immer wieder über Eure spannenden Berichte und was ihr alles so erlebt. Euer Vorhaben nimmt ja langsam Formen an.
    Wir drücken Euch die Daumen. Und natürlich alles Gute zu Eurem neuen süßen Familienmitglied. Ganz liebe Grüße Sandy und Royce

    Gefällt 1 Person

  4. Hallo Karin, hallo Oliver,
    danke für die tolle und teilweise Herz zerreißende neue Nachricht. Es war wie immer einfach ein Traum eueren Beitrag zu lesen. Hab gar nicht gewusst, dass in meiner kleinen Schwester ein richtiger „Rocker“ steckt.
    Ich drücke euch weiterhin die Daumen und wünsche viel Freude mit eurem neuen Zuwachs. In Gedanken sind wir immer bei euch. Ich bin sicher die Götter sind euch wohlgesonnen. Rosi und Familie

    Gefällt 1 Person

    1. Ihr Lieben 😊 herzlichsten Dank 🙏 für die lieben Worte und guten Wünsche 🍀. Auf unseren Zuwachs passen wir gut auf 👍🏻. Wir wünschen euch noch einen schönen Urlaub und eine gesunde Heimkehr 😘

      Like

  5. Hallo Ihr 3 (5)!
    ich freue mich dass es euch so gut geht und jetzt auch noch 2 Hunden geholfen habt! sitze über euren Bericht, so als ob ich ein spannendes Buch lese! man lebt richtig mit! warte mit Spannung auf nächste Doku!!! alles Liebe und Gute für Euch! passt auf Euch auf und machts bis dahin!!!
    liebe Grüsse aus München…Evi

    Gefällt 1 Person

  6. Gratulation zum süßen Familienzuwachs und zum Spatenstich! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg. Viele Grüße vor allem an Hellraiser Franziska!

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu schulhort Antwort abbrechen