… im März ging es bei uns mächtig rund!
Und angefangen haben wir gleich mal mit einer Einweihungsparty für unser neues Domizil. Weil unsere neu gewonnenen Freunde schon neugierig waren wo wir uns denn nun niedergelassen haben wollten wir die Gelegenheit gleich mal nutzen und luden zu einer kleinen Party ein. Da wir es doch immerhin auf 16 Leute brachten holten wir uns hierfür Unterstützung von unserer nun ehemaligen Nachbarin Kadek. Sie ist eine echt smarte junge Frau, die schon einige Erfahrung im Umgang mit den „Bule“ hat (so werden die „Weißen“ hier übrigens genannt) und außerdem ist sie eine hervorragende Köchin. Ein Buffet für 16 Personen im Alleingang zu zaubern … kein Problem für Kadek! Und lasst es euch schon mal vorweg gesagt sein, es schmeckte einfach fantastisch. Okay, Thema Essen war also schon mal geklärt. Bliebe noch die Platz- und Geschirrfrage. Denn wir haben weder Geschirr noch Stühle für 16 Personen. Zum Glück läuft das auf Bali ja etwas anders als in Deutschland. Hier ist es völlig normal auf dem Boden zu sitzen und sein Essen dort zu verzehren, die meisten Balinesen wollen gar nicht erst am Tisch sitzen, da sie es schlicht und ergreifend nicht gewohnt sind. Sehr schön. Also lediglich Sitzkissen organisieren. Erledigt. Geschirr? Hm, Problem. Wir sind zwar keine Freunde von Plastikgeschirr aber in diesem Fall mussten wir uns leider damit behelfen. Auch abgehakt. Was gab es noch zu bedenken? Wetter? Ist zwar noch Regenzeit, aber eigentlich war es bislang nicht so schlimm mit dem Regen und so vertrauten wir einfach auf unser Glück und planten die Party am Pooldeck. Sollte sich der Wettergott (welcher auch immer dafür verantwortlich ist, bei den vielen Göttern hier kann man schon mal den Überblick verlieren) nicht gnädig zeigen, könnten wir immer noch in die Küche ausweichen. Auch kein Problem. So, dann bliebe da noch das Thema mit der Unterhaltung. Ein bisschen Musik wäre doch ganz nett. Aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Soweit kam es erst gar nicht. Denn als Oliver und ich nach einer Shopping-Fahrt nach Hause kamen lief uns unser Nachbar zufällig mit einer Gitarre über den Weg. Da war es doch naheliegend ihn gleich mal darauf anzusprechen, ob er auch vor Publikum spielen würde. Der meinte daraufhin locker flockig, na klar, er spielt ohnehin in einer Band, sie haben das ganze Equipment und Zeit hätten sie auch. Gecheckt. Und so kam es, dass wir zu unserer Party eine Live-Band hatten, die super Klassiker von Eagles, Bee Gees, Beatles usw. zum Besten gaben. Und das Ganze auch noch in super Qualität. Was will man mehr? Somit war eigentlich alles soweit organisiert und der große Tag konnte kommen. Um 06.00 Uhr verabredeten wir uns mit Kadek auf dem Markt um die nötigen Lebensmittel zu kaufen. Schon das war ein Erlebnis. Mit deutschen Verhältnissen ist das nicht zu vergleichen. Von Kühlkette oder sowas natürlich keine Spur und trotzdem machte es einen absolut hygienischen Eindruck. Kein unangenehmer Geruch oder sonstige negative Eindrücke. Natürlich sollte man gleich früh morgens auf den Markt gehen, denn wie es zu fortgeschrittener Stunde dort aussieht und riecht möchte ich mir eher nicht vorstellen. Wir waren überrascht in welchem Tempo Kadek durch den Markt fegte und ruck zuck sämtliche Einkäufe erledigt hatte.
Ungefähr im selben Tempo hatte sie, wieder zu Hause angekommen, die Sachen auch schon klein geschnibbelt und im Kühlschrank verstaut. Mittags schnell nach Hause unter die Dusche gehuscht um gleich Nachmittags wieder auf der Matte zu stehen und mit dem Kochen zu beginnen. So ist sie, unsere Kadek. Und das ganze sieht dann in etwa so aus:
Nachdem alles bestens vorbereitet war konnten die Gäste kommen, und das taten sie auch. Und alles in allem war es ein sehr gelungener Abend, mit netten Menschen, gutem Essen und toller Musik. Alle hatten viel Spaß und der Wettergott hat sich nur ganz kurz daneben benommen.
… und dann kam Edgar …
who the fuck is Edgar? Das wussten wir auch erstmal nicht. Wir wussten nur, dass in unserer Küche in der Nacht mysteriöse Dinge vor sich gehen müssen. Denn plötzlich verschwanden Früchte über Nacht, die wir in einer Schale auf dem Tisch stehen hatten. Nun war es aber nicht so, dass die ganze Frucht fehlte, nein nein, die Schale und der Kern waren immer noch vorhanden. Neben reichlich Sauerei auf dem Boden und Dingen die ich hier nicht näher erläutern möchte waren wir doch sehr verwundert und spekulierten wüst um was für einen neuen Mitbewohner es sich dabei handeln könnte. Eine Katze? Das konnten wir uns nicht vorstellen. Vegetarische Katze? Unwahrscheinlich. Vogel? Das waren ziemlich große Früchte, und ein Vogel der die Kerne so schön abknabbert? Auch noch nie was davon gehört. Maus? Auch unwahrscheinlich. Mäuse-Köttel sehen anders aus. Also wir konnten es nicht klären, aber vielleicht könnten wir das Tier ja vertreiben wenn wir über Nacht einfach das Licht anlassen würden. Ein Versuch war es auf jeden Fall wert. Gesagt getan und nun staunet was geschehen ist. Am nächsten Tag fanden wir trotz nächtlichem Flutlicht den Boden in der selben Verwüstung vor (Früchte haben wir übrigens schon lange nicht mehr auf dem Tisch stehen, aber unser Besucher ist ja nicht dumm und bringt sich sein Essen einfach mit). Ein Blick zur Küchendecke überraschte uns dann doch sehr und brachte schlagartig Licht ins Dunkel. Dort oben im Dachstuhl hing tiefenentspannt unser neuer Mitbewohner. Er hat das Licht wohl als Einladung verstanden und es sich einfach mal bequem gemacht. Und somit war das Rätsel gelöst. In unserer Küche lebt von nun an Edgar, eine kleine Fledermaus.


… außerdem war da noch Melasti
Melasti ist eine Zeremonie bei der die Sitze der Götter zusammen mit reichlich Opfergaben in großen Prozessionen von den Tempeln zum Meer getragen werden. Dort werden sie von allen negativen Energien gereinigt und die Menschen übergeben die Sünden und das schlechte Karma an das Meer. Dies ist zwar nur eine grobe Umschreibung dieser aufwendigen Zeremonie, aber wir wollen hier lieber Bilder sprechen lassen. In jedem Fall ist es schön anzusehen und immer wieder beeindruckend wie stark hier auf der Insel der Glaube noch zelebriert wird.
und die Kleinen haben auch ihren Spaß
Nach Melasti kam dann auch schon Nyepi, das balinesische Neujahr. Dieses wird lautstark mit großen Ogoh-Ogoh-Paraden begrüßt, um dann am Neujahrstag in kompletter Stille verbracht zu werden. Aber davon erzählen wir euch im nächsten Beitrag mehr. Denn nun wollen wir euch ja auch noch von unserem Projekt berichten. Es ist uns nämlich zu Ohren gekommen, dass einige von euch schon sehr auf Neuigkeiten brennen. Und diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Also…
…was tut sich denn jetzt?
Wie wir ja schon erwähnt haben, wurde unser Plan ein bestehendes Resort zu kaufen von uns über Bord geworfen. Allerdings sind uns während unserer Suche ein paar Dinge aufgefallen. Während die Nachfrage nach Resort-Unterkünften eher rückläufig ist geht der Trend eindeutig in Richtung Privat-Villen. Bevorzugt natürlich in Strandlage. Und obwohl gerade noch Nebensaison ist, konnten wir immer wieder beobachten, dass diese Villen vermietet sind, in Hotels und Bugalowanlagen sieht es da eher düster aus. Also haben wir begonnen uns auf Villen zu konzentrieren und eben solche auch zu besichtigen. Dabei haben wir einige schöne Exemplare gefunden die zum Verkauf stehen. Meist sind das große Villen mit drei bis vier Schlafzimmern, schön eingerichtet und in Traumlage.
Schön und gut. Aber mit den Einnahmen einer Villa können wir nicht die Existenz für drei Leute finanzieren. Was wäre also die Alternative?
Erschwerend kommt hinzu, dass die Strandgrundstücke in guter Lage nur noch sehr begrenzt vorhanden oder einfach unbezahlbar sind. So hat uns unser Weg wieder zu dem Unternehmen geführt, das uns bereits mit den Resort-Plänen unterstützt hatte. Und eben dieses Unternehmen schüttelte plötzlich ein Projekt aus dem Ärmel das uns wie für uns gemacht erscheint und bei dem wir zuversichtlich sind, dass es funktionieren kann. So kam es, dass wir jetzt völlig neue Pläne haben und drauf und dran sind diese in die Tat umzusetzen.
Ayo – Ayo wie der Indonesier sagt – Let´s go



Hallo ihr drei……. habe mir erst gedacht; mal wieder was von euch zu lesen wäre toll…… und siehe da heute ist es schon soweit. Bin gespannt wie es weitergeht….. Liebe Grüße Tina und Markus
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Hallo Karin hallo Oliver
hab mich riesig über die faszinierenden Neuigkeiten gefreut die ihr uns habt zukommen lassen. Besonders toll finde ich dass ihr so nette Bekannte und Freunde gefunden habt von eurem Untermieter ganz zu schweigen.
Ich freue mich dass euere Bemühungen so langsam Form annehmen und wünsche euch weiterhin viel Durchhaltevermögen und natürlich das nötige Glück davon eine ganze Menge.
Wie sieht’s eigentlich mit der Verständigung aus habt ihr schon ein bisschen Balinesisch oder sagt man Indonesisch gelernt oder sprecht ihr ausschließlich Englisch?
Also ich würde sagen Langeweile kann bei euch nicht aufkommen dafür habt ihr viel zu viel Aktion.
Ich danke euch für die aufregenden Neuigkeiten und die tollen Bilder. Ich muss den Blog jetzt gleich noch mal lesen ich kriege gar nicht genug davon und drücke euch weiterhin die Daumen. Ihr macht das super eure Rosi💜💜💜
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Vielen, vielen Dank liebe Rosi für das tolle Feedback. Es freut uns immer riesig wenn wir hören, dass unser Blog gerne gelesen wird. Die Verständigung funktioniert momentan überwiegend in englisch aber Oliver und ich nehmen jetzt indonesisch Unterricht bei einem Lehrer. Balinesisch ist eine eigene Sprache die weitaus schwieriger ist und nicht in ganz Indonesien 🇮🇩 gesprochen wird. Daher haben wir uns für indonesisch entschieden. Es macht Spaß und ganz langsam kommen wir auch voran. Ein winzig kleiner Smalltalk ist schon möglich 😊. Es ist auf jeden Fall absolut wichtig die Sprache zu lernen. Und ein bisschen Hirntraining kann nicht schaden 😉. Also vielen herzlichen Dank nochmal und viel Spaß beim erneuten lesen 📖😘
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