
… durch die Küche
Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Denn wir hatten letzte Woche eine ziemlich nasse Überraschung. Da sitzen also Oliver und ich nichts Böses ahnend auf der Terrasse und gehen dem süßen Nichtstun nach als plötzlich aus der Küche ein Schrei von Francis ertönt: „ Wer hat hier was ausgeschüttet und nicht aufgewischt?“
Verwundert sehen wir uns an, denn wir sind uns keiner Schuld bewusst. Also lieber mal die Lage checken. Und tatsächlich, der Küchenboden steht unter Wasser. Dennoch … wir haben nichts ausgeschüttet, warum also haben wir hier den zweiten Lake Batur? (Übrigens ein sehr schönes Ausflugsziel auf Bali, aber eben nicht wenn er sich in unserem Domizil befindet)
Da das Wasser klar ist und auch nicht stinkt gehen wir schon mal davon aus, dass es sich nicht um Abwasser handelt. Glück gehabt. Aber was dann? Kurz vorher hatten wir Geschirr gespült, aber da war die Welt noch in Ordnung. Nachdem alle Schränke ausgeräumt waren und die sichtbaren Leitungen keinerlei Schäden aufwiesen kamen wir zu dem Schluss, dass Hilfe hier nicht ganz unangebracht wäre. Zum Glück war gerade unser Gärtner Kadek da, ein Angestellter unseres Hausherren. Er nahm sich der Sache an, fand aber auch keinen sichtbaren Schaden und buddelte kurzerhand Franziskas Bad um. Schöne Sauerei, aber der Küchenabfluss verläuft (oder soll ich besser sagen verlief?) unter dem Schlafzimmer direkt ins Bad und findet dort irgendwo sein Ende. So richtig schlau wurde Kadek aus der Umgrabe-Aktion jedoch auch nicht. Ein Loch war nirgends zu sehen. Zumindest noch nicht. So nach ca. 2 Stunden warf Kadek das Handtuch. Er konnte keinen Schaden feststellen, vermutete jedoch, dass das Rohr verstopft sein muss und sich das Wasser dadurch zurück staut. Okay. So weit so gut, aber wie weiter? Also den Vermieter Terry anrufen. Blöderweise ist der gerade beim Tennisspielen und wegen so einer Banalität bricht man ein so wichtiges Event nun mal nicht ab. Nicht auf Bali. Immerhin, nach seinem Match kam er doch noch vorbei und er erzählte uns auch, dass er es (zumindest kurz) in Erwägung gezogen hatte abzubrechen. Na das ist doch auch schon was. Er sah sich den Schlamassel an und checkte auch erstmal das Abflussrohr im Bad. Ein kurzer Druck-Check mit dem Daumen ob das Rohr in Ordnung wäre hatte zur Folge, dass nun ein richtiges Loch im Rohr war, da es mit der Qualität der Leitungen auf Bali leider nicht so weit her ist. Und so kann man hier kurzerhand mit einem Finger ein Rohr durchbohren. Erstaunlich. Nach langem hin und her kam auch Terry zu dem Ergebnis, dass das Rohr verstopft sein musste. Und so war dann auch schnell eine Lösung gefunden. Am nächsten Tag wollte er kommen und ein neues Abflussrohr verlegen, da das alte wohl zu aufwendig zum reinigen wäre. Hm, also kein Wasser bis er (hoffentlich) am nächsten Tag wiederkommt. Na gut, ist halt Bali. Obwohl wir so unsere Zweifel hatten erschien Terry tatsächlich am nächsten Tag und nahm sich dem Problem erneut an. Er hämmerte, klopfte, bohrte und werkelte vor sich hin. Als wir allerdings das Ergebnis sahen waren wir mehr als überrascht. Plötzlich gab es ein neues Abflussrohr in unserer Küche. Momentmal, war da nicht schon ein vorhandenes? Jap. Aber der Aufwand dieses vom Fettpropfen zu befreien (der vermutlich Ursache allen Übels war) war Terry zu groß. Also bohrte er einfach ein Loch in die Küchenwand und steckte ein neues Rohr hindurch. Und jetzt ihr Lieben hört und staunt. Dieses Rohr läuft nicht etwa in irgendeine Sickergrube, Kanal oder sonstiges, nein, Terry bohrte einfach noch ein weiteres Loch in die Wand zu Nachbars Garten und verlegte es durch dieses ebenfalls hindurch. Nun kann sich unser Nachbar über ein völlig neues Bewässerungssystem freuen, von dem er zwar nichts weiß, (zumindest stand noch kein Balinese mit der Machete vor unserer Tür) aber das sicher einem guten Zweck dient. Schließlich befindet sich auch der Schweinestall hinter dieser Wand und so kann sich Schweini jetzt in herrlich frischem Abspülwasser suhlen. Diesen Luxus hat außer den Schweinchen auf den Bahamas, nicht jedes Schwein!
Dann lieber Wasser von oben…
Nach soviel Wasser von unten wollten wir dann doch einen kleinen Ausgleich. Und so entschieden wir uns für einen Ausflug zum Sekumpul Wasserfall. Einer der schönsten und mit 80 m höchsten Wasserfälle die Bali zu bieten hat. Genaugenommen setzt er sich aus bis zu sieben Wasserläufen die sich durch dichten Dschungel ihren Weg bahnen zusammen. Im Talkessel vereinigen sie sich zu einem wundervollen natürlichen Pool der zum Baden einlädt. Wie das aber nun mal so ist hat der liebe Gott vor die Belohnung den Schweiß gesetzt. Und so erklärt es sich, dass der etwa 1,2 km lange Weg über rund 350 steile Treppenstufen sowie durch einen knietiefen Bach bei diesen Temperaturen durchaus beschwerlich wirken kann. Aber furchtlos und durchtrainiert wir wir sind (an dieser Stelle werden alle die uns persönlich kennen vermutlich lauthals lachen, denn in Wahrheit sind wir so durchtrainiert wie ein Faultier auf Reha) machten wir uns auf den Weg. Natürlich hatten wir für die Anreise wieder unseren guten Made als Fahrer engagiert und dieser blieb dann auch mit Francis lieber im Warung am Eingang. Der Weg wäre für sie vermutlich doch zu beschwerlich gewesen. Made organisierte uns also unseren Guide Butu. Ein junger Mann der viel über die Flora und Fauna Balis zu erzählen wusste. Vorbei an Reisfeldern, heiligen Banyan Bäumen, Kaffe-, Nelken- und Kakaoplantagen bahnten wir uns unseren Weg. Butu teilte sein Wissen über die Pflanzen und ihre Verwendung mit uns und so war der Marsch sehr kurzweilig und lehrreich. Zwischendurch konnte man immer wieder auf Snackverkäufer treffen die eben diese Leckereien von denen uns Butu gerade noch erzählt hatte anboten. Wir probierten munter drauf los und erlebten die ein oder andere leckere Überraschung. Küchlein aus Wurzelmehl mit Palmzuckerfüllung die in Öl fritiert werden. Saumäßig süß und saumäßig lecker. Blöderweise kann sich kein Mensch den Namen merken und so war das wohl ein einmaliges Vergnügen. Erstmal. Auf halber Strecke erreichten wir einen traumhaften Aussichtspunkt mit Blick auf den Wasserfall. Natürlich wollen wir euch unseren kleinen Erinnerungs-Schnappschuss nicht vorenthalten.

Von hier aus können nun verschiedene Wege gewählt werden. Es gibt 2- bis 4-stündige Trecks die zum Wasserfall führen. Wenn ich euch nochmal kurz daran erinnern darf, wir sind die Faultiere auf Reha. Daher war die Entscheidung relativ einfach. Wir wählten nämlich den kurzen einfachen Weg über die Stufen. Was uns an deren Ende erwartete war kurz gesagt spektakulär. Diese Wassermassen die sich unmittelbar vor dir in den gigantischen Pool ergießen sind atemberaubend. Die Gischt spritzt meterhoch und man hat das Gefühl in einem kühlen Sprühregen zu stehen. Das tosen des Wassers ist ohrenbetäubend und beeindruckend. Wir können euch nur den Tipp geben, sollte euch euer Weg jemals nach Bali führen dann besucht den Sekumpul Wasserfall. Er ist wunderschön und jeden Schweißtropfen wert. Ach, die meisten Schweißtropfen (oder besser gesagt Sturzbäche an Schweiß) haben wir übrigens auf dem Rückweg verloren. Aber um uns hier nicht völlig bloß zu stellen, lassen wir das Thema lieber. Wir sind auf jeden Fall wieder oben angekommen, ohne dass die Bergrettung alarmiert werden musste. Gibt es auf Bali eigentlich sowas wie eine Bergrettung? Wir wissen es nicht. Und das Foto ersparen wir euch ebenfalls.
Auf an die Makler-Front …
schon wieder sind zwei Wochen ins Land gegangen und wie wir euch ja schon verraten haben sind wir hier nicht ganz untätig. Ganz im Gegenteil wir haben die letzte Zeit intensiv genutzt um mit Maklern und Einheimischen alle möglichen verfügbaren Resorts abzuklappern. Ich kann euch sagen, da kann man was erleben. Das erste Resort das wir besichtigten, hatten wir schon via Internet von Deutschland aus entdeckt. Die Bilder hatten uns unglaublich gut gefallen und die Eigentümerin mit der wir bereits telefonischen Kontakt hatten war sehr herzlich und lieb. Doch leider mussten wir vor Ort feststellen, dass das Resort zwar sehr schön ist, einen geradezu paradiesischen Garten hat und das Personal so herzlich war wie es uns selten begegnet ist, jedoch befinden sich rechts und links der Bungalowanlage gigantische Baustellen. Hier entstehen winzig kleine Häuser. Ein Einheimischen-Wohnprojekt der Regierung (ich weiß nicht ob das Wort Haus hier wirklich angebracht ist, Hundehütten wäre wohl zutreffender). An und für sich eine gute Sache für uns aber leider ein absolutes NoGo. Denn wir befürchten, dass es mit der Ruhe spätestens wenn die Häuser alle bewohnt sind vorbei ist. Mal ganz abgesehen vom Baulärm. Also abgehakt. Aber wenigstens sind uns dadurch liebe Menschen begegnet die man gerne trifft und mit denen man Spaß haben kann.
Das nächste Resort das wir besichtigten lag weiter im Westen bei Pemuteran. Ein vor allem bei Tauchern beliebter Ort. Wir verabredeten uns mit Karim einem Makler aus Denpasar. Dieser holte uns mit dem Auto ab und wir fuhren gemeinsam zur Besichtigung. Dass wir diese Fahrt unbeschadet überstanden haben grenzt schon beinahe an ein Wunder. Verwöhnt vom ruhigen Fahrstil unseres guten Made`s trafen wir hier jetzt auf einen absoluten Helldriver. Ein waghalsiges Überholmanöver jagte das andere. Und wer die Straßen Bali`s kennt, der weiß, dass diese nicht gerade breit sind. Aber das interessierte Karim nicht wirklich. So mancher Mofa-Fahrer rettete sich in letzter Sekunde auf den Seitenstreifen. Wir waren heilfroh, als die Höllenfahrt erstmal zu Ende war. Und dann passierte folgendes. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr ein Haus oder ein Zimmer betretet und ihr fühlt euch sofort unwohl? So ging es uns allen dreien. Obwohl das Resort auf einem großen Grund gebaut wurde und dadurch auch viel Garten hatte, was wir schon schön finden, waren wir alles andere als begeistert. Natürlich besichtigten wir die Bungalows trotzdem aber die gammligen Bäder, kaputten Dächer und das völlig renovierungsbedürftige Pooldeck trugen nicht zur Besserung unserer Stimmung bei. Es ist ja nun nicht so, dass das alles hier kein Geld kosten würde, die Verkäufer wollen dafür richtig Kohle sehen. Bedenken aber nicht, dass du fast nochmal soviel Geld reinstecken musst um es erstmal wieder für Gäste bewohnbar zu machen. Und wenn wir uns schon nicht wohlfühlen, wie soll es dann den Gästen gehen? Schon auf der Rückfahrt war für uns klar, dass uns dieses Resort nicht mehr wiedersehen würde. Und Karim übrigens auch nicht. Ein zweites Mal würden wir bei dem sicher nicht ins Auto steigen.
Den nächsten Versuch wagten wir mit Peter, einem deutschen Makler, der auch schon einige Jahre auf Bali lebt. Es ging wieder in Richtung Pemuteran. Wir kannten das Expose schon aus dem Internet und schon da hatte es uns nicht richtig angesprochen. Aber vielleicht war es ja live doch viel schöner als die Bilder hergaben. Also der Devise aller Makler vertrauen: Schaut es euch mal an, dann werdet ihr schon sehen wie großartig es ist. Absolut gute Substanz und mit ein paar kleinen Reparaturen wieder wie neu. Ja klar. Das Positive war schon mal, dass Peter einen sehr viel angenehmeren Fahrstil als Karim hatte. Das war es dann aber auch schon. Am Eingang erwarteten uns zahlreiche steile Stufen die zur Rezeption (oder das was wir dafür gehalten haben) hinab führten. Da es auch noch wie aus Kübeln regnete war die Treppe noch dazu höllisch rutschig. Schöne Vorstellung wie ein zukünftiger Gast ausrutscht und gleich mal holterdipolter direkt bis vor die Tür kugelt. Auch irgendwie nicht unser Traum. Aber nicht den Mut verlieren und die Unterkünfte mal ansehen. Ernüchternd würde es sehr treffend beschreiben finde ich. Mein persönliches Highlight war aber abgesehen von den Termiten zerfressenen Holzbalken der Ausblick auf das neu gebaute Kohlekraftwerk. Ein Traum. Im Sonnenuntergang muss das einfach herrlich aussehen. Langer Rede, kurzer Sinn … wir haben uns natürlich dagegen entschieden. Auf nach Hause.
Dies sollten nicht die einzigen Bungalow-Anlagen bleiben die wir uns angesehen haben, aber hier von allen zu berichten würde den Rahmen sprengen. Das Ergebnis war, dass wir schlussendlich völlig desillusioniert den Familienrat einberufen haben. So konnte das nicht weitergehen. Gab es denn nur Schrott auf dem Markt? Unser bisheriger Eindruck ging absolut in diese Richtung. Aber was tun? Zurück nach Deutschland? Sollte der Weg hier vielleicht schon zu Ende sein? Na das war dann ja ein ziemlich kurzes Bali-Abenteuer. Aber was war die Alternative? Lasst uns da nochmal kurz drüber nachdenken …

Meine Lieben,
soeben mit Euch noch über Skype einen „Plausch“ gehalten, liegt ihr nun bei 28° Außtemperatur im Bett, während es bei uns leicht schneit… ja, ich freue mich dann auch darauf wenn es denn mal wieder warm ist… 😉
Bis bald und gute Nacht
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Hallo Auswanderer, ja so ist Asien wie wir es auch noch kennen😁hoffe es klappt bald mit dem Resort, sonst bin ich zu alt um zu kommen😂ich sehe es geht Euch sonst ganz gut (Jedenfalls nach den Bildern zu urteilen) LG aus dem kalten verschneiten Augsburg. 👣🌴🐬
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Na das muss ganz einfach klappen, denn wir nehmen dich beim Wort und warten auf euch 😉
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Hallo ihr drei…… so wie man hört geht es euch gut. Ich drück euch die Daumen dass euch bald was gutes über den Weg läuft an Resort. Karin also deine Beiträge zu lesen macht total Spaß. Bis bald mal ….. Grüße aus Lauterbach
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Herzlichen Dank 😊 nach Lauterbach für das liebe Kompliment 👍🏻. Wir sind selbst gespannt wie sich alles entwickeln wird und hoffen natürlich auf das Beste 🙏.
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Hallo Karin, Oliver und Francis, so wie es aussieht ist euer Leben wirklich ganz auf Abenteuer eingestellt. Dein Kommentar liebe Karin lässt mich abwechselnd staunen und schmunzeln. Ich denke diese Odyssee ist noch lange nicht zu Ende und ihr braucht noch ein wenig (oder ein bisschen mehr) Durchhaltevermögen.
Auf dem wunderschönen Bali wird sich bestimmt ein tolles Fleckchen für euch finden. Ich wünsche euch weiterhin viel Glück und Erfolg und bin schon auf die Fortsetzung von Abenteuer Bali gespannt.
Liebe Grüße Rosi und allen übrigen Santangelos
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